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Zwischenfrüchte dürfen auch 2020 vorzeitig geschnitten werden - Vorbeugemaßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in der Landwirtschaft

Datum: 17.11.2020

Informationen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz:

Das Risiko eines Eintrags der Afrikanischen Schweinepest ins Land ist nach wie vor
hoch. Es ist daher erforderlich, in Baden-Württemberg an den vorbeugenden
Maßnahmen festzuhalten. Die schnelle Reduzierung der Wildschweinbestände durch
intensivere Bejagung ist eine wichtige Präventionsmaßnahme, um damit die
Nutztierbestände zu schützen.

Um die Bejagung bei den Drückjagden zu erleichtern, ist es notwendig, die
Zwischenfrüchte, die aktuell die einzigen Rückzugsgebiete außer dem Wald für
Wildschweine darstellen, so zu behandeln, dass das Schwarzwild sich bei den
Bewegungsjagden nicht in diese Flächen zurückziehen kann. Die Bestände dürfen
allerdings nur dann eingekürzt werden, wenn dies mit dem Jagdpächter abgesprochen
wurde.

Herbst- und Winterbegrünungen, die nach FAKT E1.1, E1.2 und F1 gefördert werden,
dürfen bereits ab dem 20. November hoch gemulcht oder der Aufwuchs mittels
Schröpfschnitt gekürzt werden. Zu beachten ist, dass eine Nutzung des Aufwuchses
hierbei untersagt ist und der Aufwuchs auf der Fläche verbleiben muss.

Für Zwischenfrüchte, die als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) im Gemeinsamen
Antrag gemeldet wurden, sind die Regelungen der Agrarzahlungen-Verpflichtungen-
verordnung (§ 5 Absatz 6 i. V. m § 4 der Verordnung der Landesregierung zur Umsetzung
der Gemeinsamen Agrarpolitik) zu beachten.
Demnach müssen ÖVF-Zwischenfrüchte bis zum 15. Januar auf der Fläche bleiben.
Im Sinne dieser Regelung verbleibt der Aufwuchs auch dann auf der Fläche, wenn
dieser gewalzt, geschlegelt oder gehäckselt wird. Abgefrorene Kulturen gelten als auf
der Fläche belassen.

In Wasserschutzgebieten darf ausnahmsweise in der Zone III die Begrünung mittels
eines Schnittes auf eine Höhe von 20 cm bis 30 cm eingekürzt werden. Der Aufwuchs
hat auf der Fläche zu verbleiben. In Zone II ist ebenfalls ein Schnitt auf eine Höhe von
20 cm bis 30 cm wie oben ausgeführt zulässig, jedoch sind auf der Fläche mindestens
25 Prozent der Begrünung stehen zu lassen. Dies kann streifenweise oder als Block
erfolgen. Bei letzterer Schnittvariante muss jedoch eine Bejagung möglich sein. Die
Bearbeitung der Begrünung ist in diesen Fällen der zuständigen unteren
Landwirtschaftsbehörde formlos anzuzeigen.

Die Auflagen zur Einarbeitung sind von diesen Regelungen nicht betroffen. Eine
Einarbeitung der Begrünung ist also auch weiterhin erst zum zulässigen
Einarbeitungstermin erlaubt.

Diese Ausnahmeregelung gilt bis zum 15. Mai 2021.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den zuständigen Landwirtschaftsämtern der
Landratsämter.

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